Epson PF 10

02.10.2024

Eigentlich brauch ich das gar nicht, denn die SD-Karte funktioniert wirklich gut und es stehen ohne Diskettenwechsel 4 Laufwerke zur Verfügung – Habe mich aber hinreissen lassen eine EPSON PF-10 zu schnappen, war recht günstig – ohne Garantie – Gehäuse nicht mehr schön, kann man/ich drüber hinweg sehen.

Erstmal testen, hierzu das Format-Programm auf Kassette kopiert, denn beim Parallelbetrieb mit der SD-Karte würden sich die Laufwerke ins Gehege kommen – geht natürlich nicht „Format fail“ !.

Mit dem Prof eine leere Diskette erzeugt (40Tr. DS, 9Sektoren a 512Byte) wird aber auch nicht gelesen „BDOS ERR ON D:“ Bad Sector. Da das Laufwerk sich angesprochen fühlt (LED) hapert es wohl an der Datenübertragung.

Das wird mich wohl den Winter über beschäftigen – schauen wir mal dann sehen wir schon…


11.01.2025

Und schon ist Winter, genügend Zeit um das Problem der Diskettenstation PF10 anzugehen.

Mit dem Format Programm wird das Laufwerk angesprochen, Diskette dreht und der Kopf auf Track 0 gesetzt.

Der PX-8 quittiert das mit der Fehlermeldung:

Die Spuren sollten hier von 00 bis 39 hochgezählt werden. In jedem Fall scheint die Kommunikation zwischen PX-8 und der Diskettenstation schon mal zu funktionieren.

 

 

 

Als nächstes habe ich die Drehzahl überprüft, hierzu das Index Signal gemessen:

Das weicht mit ~ 80ms deutlich vom Soll (200ms) ab, mit der rund 2,5fachen Drehzahl wird das natürlich nichts mit den Daten.

Das Tachosignal ist hier im 2.Kanal dargestellt – hier erstmal ohne Belang.

 

 

 

 

Also muss ich mich mit dem Spindelmotor und deren Steuerung beschäftigen:

glücklicherweise habe ich in der großen weiten Welt den Schaltplan, zwar von Hand gemahlt, gefunden. Zusammen mit dem Datenblatt von Mitsubishi sollte der Fehler einzukreisen sein – hoffentlich.

Da Epson damals kein Standardlaufwerk, sondern ein doofes SMD-165 mit 40Track DS eingebaut hat, wird Ersatz schwierig.

 

14.01.2025

Damit ich den ganzen Klimbim (PX-8, Format-Programm, serielles Kabel und Interfaceplatine) nicht auf dem Schreibtisch liegen habe und immer nur bis zur nächsten Fehlermeldung messen kann, ist es einfacher sich nur auf die Motorplatine zu konzentrieren.

Die oberste Kurve ist das Tachosignal, in der zweiten das Eingangssignal für die Regelung. Am Ausgang kommt aber nur nichts raus und mit 0V wird  der Treiber durchgesteurt, damit läuft der Motor volle Pulle.

Mit dem Eingangssignal gehe ich nicht ganz konform, liegt aber wohl an der kapazitiven Kopplung und dem Pullup von 100k zu 10k in Reihe, das entspricht aber der Applikation.

Resumee der ganzen Geschichte, der M51970L hat einen Schuß !

Jetzt muss ich erstmal die Ersatzlieferung abwarten.


31.01.2025

Die Lieferung aus China ist zügig angekommen, nur leider funktionieren beide IC’s nicht wie gewünscht – wäre ja auch zu einfach.

Zur genaueren Untersuchung und zum besseren Verständnis der Schaltung, Datenblatt ist nicht sehr erhellend, alles auf dem Steckbrett gebaut.

Der Spindelmotor auf Dauerbetrieb (Q18 Brücke E-C), das Tachosignal an TP1 abgegriffen und die Schaltung aus der Applikation mit den Bauteilwertenwerten aus der PF10 vervollständigt.

 

 

So sieht es dann aus, Im Kanal 1 das Tachosignal und Kanal 2 das gleiche nach dem Filter an Punkt 2. Mit 0,7Vss und eine Anhebung auf ca. 3,3V ziemlich mickerig aber damit kommt die Regelung klar.

 

 

 

Denn das PWM-Signal sieht brauchbar aus, 1.Bild kurze High-Phase und am anderem Poti-Anschlag die lange High-Phase (Bild 2).

 

 

 

 

Aber wenn man sich den Pegel am Ausgang (Kanal 2) ansieht, scheint da was nicht zu stimmen. Denn der geht nicht bis auf 0V gerunter um den nachfolgenden Transistor (PNP) durchzuschalten. Da scheint die Ausgangsstufe eine Macke zu haben – üblicherweise treibt man nachgeschaltete Leistungsendstufen im Gegentakt an.

 

 

Da müssen wohl noch weiter Versuche gestartet werden…


06.02.2025

wie weiter oben angemerkt haben die IC’s eine defekte Ausgangsstufe, vermutlich Ausschußware. Da der Rest der Motorsteuerung funktioniert habe ich über eine Alternative für das PWM-Signal nachgedacht. Mit einem NE555 einige Versuche durchgeführ – soweit vielversprechend aber es fehlt noch die Regelung über den Tachogenerator.

PWM geht aber auch ganz einfach mit dem Arduino plus Gegentakt Endstufe:

Aus dem Netz den Plan der Endstufe und das Mini-Progrämmchen für den Uno gesaugt.

Drehzahleinstellung hier noch über Spindeltrimmer.

Mit diesem einfachen Geradeaus-Projekt die ersten „Messungen“ durchgeführt – und es klappt.

 

 

 

Im ersten Bild oben das Motorsignal und im unterem Kanal das Index-Signal, liegt wunderbar bei 200ms.

Im zweitem Bild oben das Ausgangssignal vom Nano und unten die Motoransteuerung.

 

 

Ich denke das ist ein brauchbarer Ansatz, die Zielhardware sollte dann mit einem ATtiny zu realisieren sein.


Nächster Test:

Spindelmotor wieder mit der Mechanik, Ansteuerung und PX-8 verbunden. Naja wenn die Diskette angetrieben werden muss geht die Drehzahl deutlich in den Keller, also wieder auf 300U/min getrimmt und das Formatprogramm gestartet – siehe da es läuft!

Zwischenergebnis:

Der Fehler liegt nur in der viel zu hohen Drehzahl !!!

Nun muss das Tachosignal eingebunden werden damit die Drehzahl stabilisiert werden kann…


08.01.2025 geschafft

hatte im letzem Frühjahr nochmals einige Exemplare vom IC M51724P  beschafft aber noch nicht getestet. Da nun draußen und in der Werkstatt die Arbeiten ruhen wollte ich es wissen, bei der letzten Aktion schon mal vorsorglich eine Fassung eingebaut – IC gestekt und es funktioniert. Die Drehzahl noch etwas korrigiert den Rest erstmal provisorisch zusammen gesteckt.

 

 

Erste Versuche mit Format waren erfolgreich, Laufwerk für den sicheren Betrieb weitesgehend zusammen gebaut, lediglich die Blechhülle muss neu Lakiert werden aber erst wenn es in der Werkstatt wieder angenehme Temperaturen herrschen.

Es folge ein eingehender Test, hierzu die RAM-Disk auf 20kB erweitert und die wesentlichen Programme darüber auf die Floppy gesichert. Der gleichzeitiger Betrieb von SD-Karte und Floppy gehen leider nicht – gleiche Schnittstelle und gleiche Laufwerksbuchstaben. So habe ich erstmal eine Systemdiskette mit den wesentlichen Programmen wie Format, Stat, PIP etc. erzeugt – alles völlig Problemlos.

 

Eingehender Test:

bei der Arbeit

 

Nun zeigt sich ob die Diskettenstation einwandfrei arbeitet, erstmal die Console auf meine Terminalemulation umgelenkt [stat con:=uc1:] damit ist ein angenehmeres Arbeiten möglich, ist halt dem schwachen Display geschuldet.

Nächster Schritt Diskettenparameter ausgelesen [stat d:dsk:], ergibt eine Kapazität von 280kByte bei DS/DD und 40Track.

Noch eine kleine Fingerübung mit TurboPascal, hier als Texteditor .

 

Resumee

Für damalige Zeit war die Diskettenstation eine deutliche Bereicherung zumal genauso Tragbar wie der PX-8 und es passte alles in einem kleinen Koffer. Was zur kompletten Ausstattung fehlt ist ein kleiner Drucker, den gab es damals auch schon als P-40 und liegt bereits im Regal, dazu später mehr.

Erstmal freue ich mich über die gelungene Reparatur, hat zwar ein wenig gedauert, was zählt sind die Ergebnisse. Das Arbeiten mit dem SD-Interface ist deutlich schöner, zumal gleich vier „Disketten“ zur Verfügung stehen, sowas war zu damaliger Zeit völlig undenkbar …

Dokumentation:

Protokoll zu meinem Kurztest:  PF-10-Test

Handbuch zur PF-10: PF-10-Manual

Schaltplan zur PF-10: PF-10-Schaltplan

Datenblatt für M51970: M51970L

Motortreiber TA7745P: TA7745P

Wenn noch jemand Bedarf an den Motorregler hat, es sind noch 4 Stück da, alle getestet.

weiter zur neuen Baustelle, Epson TF-20 der große Bruder