Yamaha XS1100 - Zündung
Januar 2019 ...
... in unserem "Motorrad-Club" muckt die Yamaha. Motor hat ein Problem im Kopf, läuft halt nicht gut. Ersatzmotor eingebaut, soweit erstmal gut. Nur leider will das Funkenmariechen nicht so richtig tanzen. Vom Geber kommen noch ordentliche Signale trotzdem bleiben die Kerzen für Zylinder 2 und 3 dunkel, erst mit einem Fön gab es ein paar Fünkchen. Zündspulen getestet, alles OK. Die Zündbox hatte ich schon mal vor ein paar Jährchen auf meine Werkbank und einige Lötstellen nachgearbeitet - Vibrationen.

Zunächst mal die Geber auf der Drehbank adaptiert damit die Fehlereingrenzung einfacher wird.

Bilder sagen mehr als Tausend Worte:
Signale von den beiden Gebern
geöffnete Box, glücklicherweise nicht vergossen
rechte Kanal OK
Natürlich erstmal den zugehörigen Leistungstransistor in Verdacht, hatte leider schöne Werte. Der Treibertransistor reagierte aber sehr empfindlich auf Kältespray, kein Ersatztype in meiner Bastelkiste also bestellen, bei 6ct/Stk. natürlich gleich alle - sind alles die gleichen NPN-Typen 2SC458.

Die Wartezeit genutzt Schaltplan gemalt, nicht ganz vollständig aber für die weitere Fehlersuche recht hilfreich.
Es ist eine recht einfache Schaltung aber schon mit Abschaltung bei Motorstillstand. Die Stromversorgung ist über ein 120Ohm Widerstnd und Z-Diode auf rund 6V stabilisiert. An diesem Punkt greift auch der Kill-Schalter ein. Er schließt die 6V einfach kurz. Die Pick-Ups werden mit 0,6V (R4, D1 u.D2) versorgt. Die Signale werden mit dem 1.Transistor in Form und Pegel gebracht (2VSS). Beim linken Kanal wird daraus auch die Abschaltung generiert. Solange Impulse anstehen ist der 2.Transistor (Q6) leitend und die Treibertransistoren können ihren Dienst verrichten. Sobald diese ausbleiben sperrt Q6 und der Treiber wird über die Dioden D7/D8 voll leitend und sperrt somit den Ausgangstransistor Q5. Manche Versionen der XS1100 haben noch eine Startanhebung, Zündspulen werden im Betrieb über Vorwiderstände mit versorgt. Beim Starten wird dieser dann über die Leistungsdiode D10 überbrückt. Soweit der grobe Überblick über die Funktion.

Miltlerweilen sind die Transistoren eingetroffen, diese haben deutlich bessere Verstärkungswerte um die 250 hFE, statt 70-90. Alle gewechselt und natürlich auch alle Lötstellen neu gelötet.
Beim testen taucht da aber noch ein Problem auf. Beide Kanäle haben im unterem Drehzahlbereich einen unterschiedlichen Schließwinkel ???.

Wie im 1.Bild ist das Basissignal an der Endstufe deutlich verzögert. im 2. Bild sind dann die Unterschiede zwischen linken und rechten Kanal deutlich zu sehen. Im vierten Bild sind die Zündfunken bei 900U/min auf beiden Kanälen einwandfrei. Mangels Synchronisation zwischen Funke und Auslöser sieht man hier nur einen Kanal,

Warum das so ist konnte ich bisher nicht genau ermitteln, vermutlich liegt das an dem Schaltungsteil wo das Signal über Q4 auf die Basis des Treibertransistors Q3 rückgekoppelt wird. Sobald die beiden Elkos ausgelötet sind ist das Ausgangssignal bei beiden Kanälen gleich. Vermutlich dient dieser Schaltungsteil wirklich der Schließwinkelanpassung, damit bei geringer Drehzahl die Zündspule nicht so stark belastet werden, macht ja Sinn. Warum das aber so unterschiedlich ist, habe ich (noch) keinen Reim drauf, da alle betroffenen Bauteile Messtechnisch gleich sind.

Wir werden das erstmal so einbauen und schauen ob sie damit läuft ...
linker Kanal
rechts oben / links unten
doch alles OK
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(C)2019 Werner Römer

"Drehbank als Prüfstand
Und das Funkenmariechen tanzt wieder einwandfrei mit, es gibt aber noch ein paar andere Baustellen, bis zur Saison ist noch etwas Zeit ...