Motorrad - XL 500S -
2011-2016
 
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(C)2017 Werner Römer

Der Winter 2010 war hier mal ein richtiger mit ordentlich viel Schnee und ich hatte kein passendes Fahrzeug ...

Zunächst mit einem Quad geliebäugelt, diese sind gebraucht doch noch recht teuer. Durch Zufall im großen Kaufhaus eine Honda XL500s direkt im Nachbarort gefunden - 3.2.1 meins.

Es fehlten ein paar Kleinigkeiten und der Zustand war auf den 1.Blick akzeptabel (Glatte 5-6) Sollte ja nur Verlustanode für den Winter werden. Mit ein bisschen Sprit und kräftigem Tritt auf dem Kickstarter lies sie sich problemlos zur Mitarbeit überreden.
Soweit so gut ...

Beim 2.Blick kam dann doch die Entscheidung etwas Mehraufwand zu investieren - komplett zerlegt, nur der Motor blieb zusammen. Rahmen und alle Anbauteile entrostet und gründlich grundiert (2 Schichten Hammarit) und schließlich schwarz lackiert. Elektrik komplett neu verdrahtet und den ganzen Kram wieder zusammengebaut. Neue Kette und Reifen montiert, leider gibt es die 23" Vorderradreifen nur noch von "ChinChang", sehr billig aber nicht so dolle, vorallem im Nassen haben sie wenig Gripp.

Eine mögliche Umrüstung auf 21" habe ich mit dem TÜV mal andiskutiert ist aber sehr aufwendig. Hierzu muss ein Gutachten mit Fahrversuchen erstellt werden, mit den erforderlichen Teilen (Neue Räder, Reifen) übersteigt das leicht den Zeitwert. Da kann ich sie besser verschenken und mir eine neuere kaufen.

Erstmal so dem TÜV vorgeführt, der befand es für OK und der nächste Winter konnte kommen - war leider ohne Schnee.

Eigendlich ein tolles Moped, leicht wendig und einen super Anzug, nur das Antreten gerät manchmal zur schweißtreibenden Übung Bei 500ccm muss man ja schon richtig drauftreten und der "automatische" Ventilausheber macht das nicht immer im richtigem Moment. Entweder tritt man völlig ins leere oder bockt auf halbem Weg vorm OT. Das ganze gekicke bescherte mir einen Leistenbruch - also muß das Moped weg oder eine andere Lösung her.

Also einen manuellen Ventilausheber angebaut und den Bowdenzug entsprechend umgelegt.

Nun mit gezogenem Dekompressionshebel drei mal mit Vollgas und Chocke aber ohne Zündung durchtreten, Zündung einschalten, oberen TP suchen etwas Weiterdrehen und dann voll zulangen, spätestens nach dem 3.Versuch läuft der Motor, den Chocke nach kurzer Zeit rausnehmen und die wilde Fahrt kann beginnen.

Bedingt durch meinen lahmen Huf hatte ich schon über einen E-Starter nachgedacht. Das Straßenmodell FT500 hat einen fast baugleichen Motor, gänderter Lichtmaschine und angebastelten Starter, nur leider sind diese Teile extrem selten und dafür ein ganzes Moped schlachten macht ja auch keinen Sinn. Also doch weiter in die "Muckibude" gehen ...
Resümee:

Vor lager Zeit hatte ich mal den Vorgänger mit 250ccm, das war schon nicht schlecht bis der TüV uns schied...
Auch die kleinere Schweseter XL125 war mal in meinem Besitz, schön klein extrem handlich nur mit 80 auf der Landstraße wurde mir das damals zu gefährlich. So trennten sich unsere Wege wieder sehr schnell.

Wie ich schon immer sagte - oder wer auch immer.

"Hubraum ist nichts zu ersetzen außer durch mehr Hubraum"

Da passt die XL500 gut rein.

Ich nehme sie immer gerne für den Kurzstreckenverkehr so bis 50km möglichst ohne Autobahn. Die ideale Reisegeschwindigkeit liegt so zwischen 80 und 100 mit genügend Reserven fürs Überholen. Ab 120 wird es ungemütlich, einmal durch die hohe und breite Lenkerhaltung und die Reifen fangen an zu walken - von Stollen ja auch nicht anders zu erwarte.

Einige Kritikpunkt hat sie gemein mit den beiden Vorläufern, die Auspuffanlage. Sie rostet ohne unterlass, der Vorbesitzer hat sich da auch schon daran versucht. Ein Loch gestopft und schon ist das nächste da, das Verbindungsrohr zwischen Krümmer und Dämpfer habe ich mit Standard-Rohren aus dem Autozubehör ersetzt aber vor dem nächsten TÜV ist der Topf endgültig fertig.
Aber da habe ich noch 2Jahre Zeit.
2016:

Der Winterbetrieb geht natürlich nicht spurlos an sie vorbei, so habe ich in den letzten Monaten einige Lackschäden am Rahmen beseitigt und den Zylinderkopfdeckel neu abgedichtet. Ein altes kleines Leiden der XLer, hierzu sind alle 6mm Schrauben gegen Zuganker getauscht und wo nötig die maroden 6mm Gewinde mit ordentlichen Gewindebuchsen (8mm auf 6mm) versehen worden.
Neben den mageren Bremsen ist das Licht gerade mal als Tagfahrlicht zu gebrauchen.

Die damaligen Messungen ergaben eine Spannung über 50V bei 5000U/min, selbst mit der Last einer 12V H4 Birne lagen immer noch über 18V an, diese müssen natürlich gebändigt werden. Im Internet eine einfache Verlustregelung gefunden, ein Thyristor schließt beim Überschreiten der Referenzspannung eine Halbwelle gegen Masse kurz und fertig ist der Regler - einstellbar zwischen 6 und 14V, das kann der orginale nicht.

Mit einem 150mm Scheinwerfer und 12V H4  ausgerüstet ergibt das ganze ein ordentliches Fahrlicht, zumal das Teil überwiegend in der dunkelen Jahreszeit bewegt wird. Die Blinkeranlage/Stand- Rücklicht ist noch mit dem orginalem 6V-Regler ausgestattet. Wenn der mal zicken sollte, werden die beiden Lima-Wicklungen entsprechend zusammengeführt und die ganze Geschichte auf 12v umgerüstet.
Spannungsregler - Schaltbild