Computer - Moppel der 5.  06.2018...
 
 
 

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(C)2021 Werner Römer
Fortsetzung folgt ...
… da gab es noch einen Fundus.
Wundertüte (Kiste) auf links gedreht und schon purzelten etliche Platinen entgegen.

- CPU
- Videokarte
- drei mal RAM 32kByte ausreichend für einen CP/M-Moppel
- drei Floppy-Controller
- drei Uhren
- zweimal RS232
- zweimal Promer 2716/2732 27/21Volt
- eine Parallelschnittstelle
- Einzelschrittmodul
- eine originale Netzteilplatine nebst Trafo, dazu eine umgestrickte Reglerplatine
- zweimal Backplane
- ein 19" Rack
sowie einige undefinierte, selbstgestrickte Karten ohne Doku.

Daraus sollte wohl noch ein Komplettsystem für Fritz herauskommen, und ein weiterer Fundus ist auch noch in Aussicht.

Für die Inbetriebnahme erstmal alle IC's ziehen und ab durchs Ultraschallbad damit der Staub der letzten
30 Jahre davon fliegt...
CPU-Karte
fang mal mit der CPU-Karte an, Bauteile gezogen. Glücklicherweise war hier kein Akku verbaut, so sehen die Leiterbahnen recht ordentlich aus, lediglich ein paar Flussmittelreste die im Ultraschallbad und Nachbehandlung mit einem Platinenreiniger und scharfer Bürste restlos verschwinden. Einige IC-Stifte sind stark oxidiert, das bekommt man aber mit radieren wieder blank.
vorher
nach dem Ultraschallbad und Reiniger
Nach der Reinigung fehlt nur noch der Lötlack zur Konservierung, vorher werden aber noch die Tantals vorbeugend ausgetauscht.
Prüfstand:

zunächst erst mal alle Spannungen testen, soweit erstmal alles im grünen Bereich.
Stückchen für Stückchen... (05.07.2021)
Alle Bauteile wieder an seinem Platz. Beim Anschließen der HEX-Tastatur ist die wackelige Kontaktgabe aufgefallen. Nochmal den Lötkolben angeheizt und die Fassung gegen eine ordentliche mit gedrehten und vergoldeten Kontakten ausgetauscht.

Es gab schon damals den deutlichen Hinweis, Fassungen nur wenn nötig und dann was gescheites, TTL's gehören eingelötet.

Spannender Moment, Spannung eingeschaltet - leider nicht das gewünschte Ergebnis. Die LED-Anzeige zeigt irgendwas an. Takt, Daten und Adressleitungen sehen erstmal gut aus. Einzelschrittmodul angeschlossen, naja er dümpelt irgendwo im 4 tausender Bereich, der Monitor beginnt aber bei 0000h. Sukzessiv die Bauteile mit dem Moppel-4 getauscht, Fehlerbild bleibt.

Erstmal alle Daten, Adress- und Steuerleitungen durchgeklingelt - alles OK.
Test-EPROM gebrannt, Endlosschleife mit 8bit Ausgabezähler an die LED-Zeile ohne Verwendung vom RAM etc. - läuft nicht - viele Fragezeichen über meinem Kopf.
Erstmal drüber schlafen …

Zur weiteren Analyse die Adress-, Datenleitung mit dem Oszi näher betrachtet. Bei der ersten Datenleitung (D0) gibt es ein seltsames Verhalten - sobald die Prüfspitze angelegt wird verschwindet die CPU ins Nirawana. Erstmal den Treiber 74LS245 gewechselt, kein Erfolg. Die Signale an D1 bis D7 sehen unauffällig aus.

Signal D0 mit einem TTL-Eingang als Last verbunden, jetzt kann ich das Signal auf dem Oszi näher analysieren. Sieht komisch aus (Bild 3), so als wenn dort eine kapazitive Last dran hängt. Bauteile entfernt und mit dem Ohmmeter geprüft, alles gegen unendlich zwischen D0, Masse und +5V.

Kann ja nur die Fassung sein, also rausgekniffen und die Reste ausgelötet. Das ist der schonendste Weg ohne die Platine zu stark Thermisch und mechanisch zu belasten. Hier wünsche ich mir meine Entlötpistole wieder zurück, die hatte sich leider mit lautem Knall und Rauchzeichen verabschiedet und die Reklamation dauert leider noch eine Weile.

Neue Fassung (vergoldet) eingebaut und alles wieder in Testmodus gebracht. Jetzt sieht D0 ganz normal aus. Wie bereits oben angemerkt, die verwendeten Fassungen sind nicht von Dauer, billig kauft man halt zweimal.
Bildbeschreibung:

In allen Bildern dient der 2.Kanal zur Triggerung.

(Mit der Speicherfunktion bekommt man mit etwas Geduld schöne Bilder die man dann in Ruhe ablichten kann.)

Bild 1: Kanal 1 = A0 als Beispiel, die anderen Adressleitung sehen ähnlich aus

Bild 2: Kanal 1 = D0 direkt am CPU Ausgang, noch alles schön

Bild 3: Kanal 1 =D0 1V/Teil Ansstiegszeit auf 1,63V in 0,635s, so sollte es nicht aussehen

Bild 4: Kanal 1 = D0 PIN 2 vom 245 nach dem Fassungaustausch, jetzt beträgt das Störsignal nur noch 0,63V. So sehen die anderen Datenleitungen auch aus. Nochmals mit der Moppel-4 CPU Karte verglichen - also erstmal alles schön.
Zum Testen das Monitor-EPROM wieder eingesteckt, funktioniert noch nicht - es warten wohl noch einige Fehler auf Beseitigung.

Jetzt warte ich erstmal auf die Entlötstation, dann kommen alle alten Fassungen raus und die TTL's werden direkt eingelötet !
nächste Etappe... (01.08.2021)
Es kann weitergehen, die Entlötstation ist aus der Reklamation wieder zurück und nach einer ganzen Weile auch das notwendige Zubehörset. Damit ist die Entfernung der alten Fassungen ein Kinderspiel - Entlötstation auf rund 360° aufgeheizt, Lötpunkt für ein paar Sekunden aufwärmen, Vakuumpumpe einschalten, mit der Spitze etwas hin- und herwackeln. So wird das Lötzinn gut  aufgesogen und der Lötstifft häng in der Luft. Hier und da noch mit Entlötlitze etwas nachhelfen, übrig bleibt eine Menge Schrott.

Vollstädigkeit halber noch die Tantal- und diverse Entstörkondensatoren ausgebaut, denn diese brechen, wegen der Baugröße leicht ab. So geschen beim Versand von Moppel 3 an Hans-Werner.

Neue Fassungen und alle TTL's liegen schon mal bereit, zunächst müssen die Verbindungen mittels Pieper durchgescheckt werden. Das geht in diesem nacktem Zustand deutlich besser als wenn die Leiterbahnen wieder unter den IC's verschwindet ...
… ein paar Tage später - meine Ohren haben sich vom Pieper wieder erholt, zwei Durchkontaktierungen hatten kein Kontakt und eine Diode für die Stromversorgung vom System-RAM war defekt - dient zur Entkopplung der CMOS-Batterie. Nun kann alles wieder zusammengebaut werden, Fassungen nur für die CPU und EPROM-,RAM-Bausteine, TTL's direkt eingelötet und den Patch für CP/M2 eingebaut.

Die beiden Dioden (Bild 2) bilden mit einem Widerstand gegen Masse ein einfaches ODER-Glied damit der Bildschirmspeicher (3000h) auch beim Banking zur Verfügung stehet.
EPROM mit einer Dauerschleife bespielt und Strom ON - keine Rauchzeichen, Takt (obere Kurve *) liegt an und die Steuersignale /WR und /RD sehen schon mal plausibel aus. Weitere Testroutinen müssen noch ins EPROM gebrannt oder besser mit dem EPROM-Simulator (PEPS) eingespielt werden...

*) CPU-CLK Ausgang im Speicher abgelegt ca. 3Mhz und als Overlay im aktuellen Messzyklus eingeblendet
CPU-Karte einsatzbereit (22.08.2021)
Das Datenbit 0 zickte immer noch, Fehlerbild wie am 05.07. (siehe oben). Versuchsweise den Datenbus mit Terminirung abgeschlossen und der Spuk war vorbei, also nochmals den Datenbus überprüft. Fehler im Widerstandsnetzwerk R2-R8, hier war der 5V-Pol abgebrochen somit die Interrupteingänge nicht auf High-Pegel sondern schwebten zwischen Low und High, das führt natürlich zu dem unkontrolliertem Verhalten - neues eingebaut noch eine Lötbrücke zwischen A1 und Masse entfernt. Jetzt funktioniert auch der HEX-Monitor, damit können dann die weiteren Tests vorgenommen werden...
Bildbeschreibung:
Bild 1: Schaltbildauszug vom Widerstandsnetzwerk R2-R8

Bild 2: Moppel 5 auf dem Prüfbock mit den ersten Lebenszeichen vom Hex-Monitor

Bild 3: Kanal 1 ist das Datenbit 0 am BUS, Kanal 2 /RD zum synchronisieren

Bild 4: Kanal 1 als Beispiel wieder D0 direkt an der CPU, Kanal 2 hinter dem BUS-Treiber am ECB-Anschluß
Video-Interface (22.08.2021)
Für die weitere Inbetriebnahme habe ich die Video-Karte aus der Wundertüte gegriffen.

Sie sieht auf dem ersten Blick recht gut aus, nur wenig verbastelt, lediglich im Bereich der Video-Signalerzeugung und Jumper überzeugen die Lötstellen nicht wirklich - schauen wir mal...
... schon erledigt (23.08.2021)
Bildbeschreibung:
Bild 1: 40-Zeichen auf dem kleinen Monitor

Bild 2: 80-Zeichendarstellung, vorbereitet für den CP/M Betrieb

Bild 3: Kanal 1 Horizontalsynchronisation

Bild 4: Kanal 1 Vertikalsynchronisation

Platine gereinigt, Lötstellen und Jumper überarbeitet, in den Moppel 2 gesteckt - und es läuft. Bildshirmausgabe für beide Modi ist einwandfrei. So einfach wird es aber wohl nicht bleiben...
Speicherkarten (23.08.2021)
Drei Karten plus eine Leerplatine sind vorhanden, für den CP/M-Betrieb benötigt der Moppel mindestens zwei Stück a 32kByte. Im Original waren drei vorgesehen, eine für den Speicherbereich Bank-0 und zwei auf der Bank-1, das halte ich aber für Verschwendung von knappen Ressourcen. Wie im Moppel-3 wird der Speicherbereich 8000h-FFFFh mit ein wenig Logik auf Bank-0 und Bank-1 eingeblendet.

An den Speicherkarten gibt es aber erstmal noch etwas zu tun ...