Computer - Moppel der 3. 04.2018 bis ...
 
 
 

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(C)2018 Werner Römer
03.06.2018
Neulich rief mich ein alter Wegbegleiter in Sachen Moppel an - ob ich denn noch ein paar Teile gebrauchen könnte. Naja es waren etwas mehr als ein paar - mein Auto war ziemlich voll.

Unter dem ganzen Fundus waren zwei, mehr oder weniger vollständige, Moppel's und ein Zimmermann PMDS 2800PD (eigendlich ein Janich & Klass Rechner mit Z80), aber dazu in einer anderen Rubrik mehr.

Zurück zu dem Moppel-Fundus, weiter Ersatzteile auf Lager legen macht wenig Sinn, also über das CP/M-Forum Mitstereiter gesucht und gefunden. Da ich Hans-Werner nicht mit einer sehr verbastelten Kiste im Regen stehen lassen möchte, werde ich Ihm einen funktionstüchtig überlassen.
Bestandsaufnahme:
Erstmal alles zerlegt und vom Staub der letzem 30Jahre befreit. Das Netzteil, bestehend aus mehreren Trafos und Linearregler - nicht so ganz VDE-Gerecht, sofort entsorgt. Die Platinen waren mit den vielen Nachbesserungen in einem nicht sehr schönem Zustand. Frontplatten entsprachem auch nicht meinem Anspruch an ein 19" Gehäuse - also wartet da ein schönes Stückchen Arbeit damit er wieder im Orginalzustand versetzt wird.
19" Gehäuse:
Mithilfe der Fräse eine Rückwand geschnitzt und ein gebrauchtes PC-Netzteil eingebaut. Die Backplane konnte so bleiben wie sie war. Leider fehlen mir ein paar Führungsschienen, Siemens hat eine anderes Konzept als Schroff oder Fischer die ich normalerweise benutze, schauen wir mal wie ich die Diskettenlaufwerke einbauen kann.
CPU-Karte:
Erstmal alle Umrüstungen beseitigt, bestimmt sinnvoll aber ohne Dokumentation nicht zu gebrauchen. Für die Inbetriebnahme die Karte mit der Monitor-Version 5.5 bestückt und auf den "Prüfbock" mit Hextastatur gespannt, nichts ging.

Testschleife ins EPROM gebrannt - nur LED-Zeile angesteuert, funktionierte. Test-EPROM mit RAM-Zugriffe (Call, Ret etc.) ging nicht - konnte auch nicht, da es keine Versorgungsspannung bekam. Die Entkopplungsdiode für die CMos-Batterie war defekt. Quarz noch gegen einen 6,144MHz getauscht, wegen der einfacheren Baudraten Erzeugung - glatter Teiler. Der ASCII Tastaturanschluß ist über eine 25pol D-SUB wie auch bei meinen anderen Moppel's realisiert.
Video-Karte:
Hier habe ich lediglich die Drahtbrücken gegen einen Doppelpoligem Umschalter getauscht damit die Konfiguration 40/80Zeichen ohne Lötkolben von Statten geht. Platine noch gereinigt und probehalber in meinem Moppel-2 gesteckt - es funktioniert wie erwartet.
RAM-Karten:
Für den CP/M-Betrieb sind 64kByte RAM erforderlich, hierzu benötigt der Moppel zwei Karten a 32kByte. In der ersten stecken auch noch die 16kByte EPROM für Basic, Editor, Assembler und Disassembler. Mit der Bankumschaltung (Port 24h) wird der CP/M-betrieb in Bank 1 realisiert. Das bedeutet, dass die Erste Karte Adressbereich 4000h bis FFFFh in Bank 0 (für den Monitorbetrieb ) und in Bank 1 (aber nur der RAM-Bereich 8000h bis FFFFh) errechbar sein muss. Die zweite Karte belegt den RAM-Bereich 0000h bis 7FFFh in der Bank eins. Da habe ich gleich ein Layoutfehler gefunden. Das Adressbit 15 soll über ein Transistor (als Inverter) auf 0 gezogen werden, hier war der Vorwiderstand nicht richtig berücksichtigt.
Diskettenlaufwerke:

Im Bestand tummeln sich noch einige 3.5" Laufwerke aus der DOS-Ära. Für den Einbau fand sich auch noch ein netter Einschub, wo lediglich der Frontausschnitt und die LW-Halterung angepasst werden mussten.

Damit sind die groben mechanischen Arbeiten erledigt, lediglich benötigen ein paar Platinen noch ein Frontblech.
Inbetriebnahme:

CPU-, Video- und RAM-Karten hatte ich schon im Moppel-2 angetestet ob sie grundsätzlich funktionieren. Nun konnte ich erstmal die Diskettenlaufwerke testen, LW-A brachte Lesefehler - schade. Also gegen ein anderes getauscht, musste natürlich erstmal neu "gejumpert" werden, da die PC-Laufwerke immer als "B: Laufwerk" per SMD-Widerstand(0-Ohm) konfiguriert sind.

Nun können beide Laufwerke angesprochen werden, Promer und Uhr funktionieren auch.

Es bleibt natürlich noch etwas zu tun:

  - CMOS-Akku einbauen
  - V24-Karte testen
  - 2.Speicherkarte für den CPM Betrieb testen
  - CP/M Bootdiskette bauen
 
Die genannten Punkte sind soweit abgehakt, nur die RAM-Karten machten Ärger.

Hierzu mussten sie nochmals modifizieren werden. Im Originalvorschlag von Herrn Gößler sollten drei 87er RAM-Karten Verwendung finden, das finde ich ein wenig übertrieben, denn der RAM-Bereich 8000h - FFFFh steht ja bereits mit der ersten Karte zur Verfügung.

Zwei Dioden ein Widerstand ein Oder-Gatter, sowie etwas Häkeldraht haben das Problem gelöst. Der 74xx32 wird zwar nicht optimal genutzt aber was ist das schon gegen 16 SRAM-Bausteine, die nicht mehr an jeder Ecke zu haben sind.

Die 2. RAM-Karte deckt den Speicherbereich 0000h - 7FFFh ab, hier sollte ein einfacher Transistor das Adressbit 15 invertieren, die Schalzeiten waren extrem miserabel und die ganze Sache funktionierte nicht richtig, also auch hier ein TTL (74xx04) huckepack implantiert und schon ist die Welt in Ordnung.

CP/M-Betrieb in beiden Versionen (30/60kByte) funktionieren nun einwandfrei. Schließlich noch ein paar Abdeckblenden gefräst, Deckel drauf und fertig ...

Alles in ein großes Paket gepackt und ab nach Elmshorn an Hans-Werner geschickt,
Die DHL-Leute haben wohl damit Fußball gespielt oder Paketweitwurf geübt, denn es hatten sich ein paar Bauteile verflüchtigt und die Videokarte lief auch nicht so richtig.

Schauen wir mal wie er damit zurecht kommt ...